Grüne Zukunft für die Hummelsbüttler Müllberge
Header

BUND und NABU Hamburg sendeten Referenten zur Gemeinschaftssitzung dreier Ausschüsse in Wandsbek

Top-Thema: Bebauungsplanverfahren in der Hummelsbütteler Feldmark. Einleitung der Sitzung durch Referentenvorträge.

Ergebnisse der von Bürgern sehr gut besuchten Sitzung: 

  • Die Referenten aus der Umweltbehörde betonten die hohe landschaftliche, rekreative und klimatologische Bedeutung der Feldmark, sahen aber keine Probleme für die vom Senat geplanten Bebauungen.
  • Die Referenten der Umweltverbände kamen zu einer anderen Einschätzung der Sachlage und lehnten die Bebauung der Feldmark komplett ab.
  • Angesichts der zum Teil unbefriedigenden Antworten der Behördenreferenten auf Politikernachfragen wurden weitere Entscheidungen zur Hummelsbütteler Feldmark vom Planungsausschuss  vertagt.
  • Politiker der Grünen forderten die Referenten des BUND und NABU ergebnislos dazu auf, ad hoc Ausgleichsmaßnahmen für die Bebauungen zu nennen. Die Umweltschützer sind nicht bereit, den Schutz der Feldmark aufzugeben.
  • Aufgrund der Kritik der Oppositionsparteien und Initiativen wird die Wandsbeker Behörde ein Mikroklima-Gutachten zu den Feldmark-Standorten in Auftrag gegeben. Ergebnisse sollen innerhalb von 6 Wochen nach Auftragvergabe vorliegen. Das Gutachten soll ausschließlich klären, wie die geplante Bebauung bzw. die Anordnung der Bauten klimaverträglich gestalten werden muss. Kritik an dieser Vorab-Zielsetzung für das Gutachten kam von den Oppositionsparteien und anwesenden Bürgern.

Folgende Ausschüsse tagten gemeinsam

Vortragende Referenten der Hamburger Umweltverbände

  • BUND – Bund für Umwelt und Naturschutz: Manfred Braasch, Geschäftsführer des BUND Hamburg
  • NABU – Naturschutzbund: Bernd Quellmalz, stellv. Geschäftsführer

Vortragende Abteilungen der Hamburger Umweltbehörde (BUE) 

Infos zur Sitzung siehe auch  WUZ - Waldörfer Umwelt-Zeitung vom 6. April 2016

29.01.2015 – Deponie-Infoabend mit Hamburger Politikern

Januar 17th, 2015 | Posted by RedakteurBO in Politik | Termine - (Kommentare deaktiviert)

EINLADUNG
zur Infoveranstaltung der Interessengemeinschaft “Grüne Zukunft für die Hummelsbüttler Müllberge”

Donnerstag, 29. Januar 2015 um 19 Uhr 

Aula der Stadtteilschule Am Heidberg – Tangstedter Landstraße 300 (HH-Langenhorn)

Was Sie von diesem Deponie-Info-Abend erwarten dürfen:
Kurzvorträge, Fragerunde und Hamburger Bürgerschaftspolitiker

  • Wir liefern neue Details zur Deponieplanung und stellen uns Ihren Fragen.
  • Wir lassen * erstmalig*  Spitzenpolitiker aus der Hamburger Bürgerschaft
    Position zur neuen Deponieplanung und der Zukunft der Hummelsbüttler Feldmark beziehen.
  • Wir haben weitere Bürgerschaftsabgeordnete aus den Wahlkreisen 10 (Langenhorn u.a.) und 13 (Poppenbüttel, Hummelsbüttel u.a.) zu Gast.

Lassen Sie sich das nicht entgehen.

Karte für die Anfahrt zum Infoabend (Quelle: google maps)

Gift im Boden – nicht für die Ewigkeit verschwunden

Industrialisierung und die chemische Industrie brachten im 20. Jahrhundert nicht nur Wohlstand und Segen in die westliche Welt sondern – lange Zeit durch Unkenntnis und laschen Umgang mit giftigen Substanzen- eine ewig währende giftige Bodenlast, die durch Bauprojekte und Sanierungen immer wieder ans Licht kommt.

An diesem Juli-Tag titelte das Abendblatt Folgendes:

“CDU warnt vor Gift im Boden des Alten Elbtunnels -
Der Boden der Weströhre ist mit giftigen Substanzen belastet.
Die CDU fordert schnelle Beseitigung.”

Während ganz Hamburg bei solch einer Meldung kurz aufmerkt und sich vielleicht über die Kostensteigerung aufregt, gibt es im Norden Hamburgs eine große Gruppe von Menschen, die bei solch einer Meldung zusammenzuckt. Viele werden sich insgeheim denken: “Hoffentlich kommen nicht Teile dieses Schiets nächstes Jahr in die Hummelsbüttler Feldmark.”

Denn … sollte das Planfeststellungsverfahren für eine neue Deponie der Klasse I in der Hummelsbüttler Feldmark zugunsten des privaten Entsorgungsunternehmens ausfallen, könnte das Unternehmen für ca. 10-11 Jahre quasi ein Monopol auf Aufträge zur Abtragung von belasteten Böden der Schadstoffkategorie I in Hamburg bekommen und wäre damit der absolute Platzhirsch in der Bodenentsorgungsbranche.

Ein schöner Wettbewerbsvorteil für ein Unternehmen, aber ein Alptraum für die Hummelsbüttler Feldmark, die genug verborgene Altlasten für Jahrhunderte in sich trägt.

Wir hoffen jedoch,

  • dass die geballte Ladung an Fakten das neue Deponievorhaben in der Feldmark ad absurdum führen wird und
  • dass Hamburg in der Abfallwirtschaft- wie bisher – mit den umliegenden Flächenstaaten weiterhin eng kooperiert und
  • dass neue Deponiestandorte nur im Umland UND nur dort geplant werden, wo weder Mensch noch Tier noch Umwelt noch Altlasten gefährdet werden könnten.

Abendblatt-Quelle (Online nur für Abonnenten zugänglich):
http://www.abendblatt.de/hamburg/article129728970/CDU-warnt-vor-Gift-im-Boden-des-Alten-Elbtunnels.html

Privatfoto: Ablagerungen auf der noch offenen alten Bauschutt-Deponie (2013)

Muellberge-oben-Kiesberg-2013-07

 

 

 

 

 

 

18.06.2014 

Der große und der kleine Giftberg

Was der Monte Mortale (Georgswerder) und der Monte Müll (Hummelsbüttel) sehr wahrscheinlich gemeinsam haben: Giftmüll in sich

Am 15. Juni berichtete das Hamburg Journal in der Rubrik ”Hamburg Damals“ über den Beginn des größten Dioxin-Skandal Europas (1983).  Seither liefert der Giftmüllberg Georgswerder - eine der größten Deponien Deutschlands – Schlagzeilen. Zuletzt als Vorzeigeprojekt der Stadt, nach einer Sanierung, die nahezu eine halbe Milliarde Euro gekostet hat.

Georgswerder war zwar der Mega-GAU unter den Deponien, aber nicht die einzige Deponie in Hamburg, auf der z.T. bis in die 1980er Jahre legal oder illegal Giftmüll entsorgt wurde. Dies war bereits Anfang der 1970er Jahre bekannt.

„Auf der Kippe in Georgswerder wird der Wagen entladen. Jedesmal, wenn die Grube voll ist, wird sie angebrannt. Am Tage sitzt ein Wärter am Tor, nachts ist das Tor abgeschlossen. Seitdem bekannt ist, daß Transportunternehmen ihren giftigen Industriemüll mit Vorliebe, aber ohne Erlaubnis bei Nacht und Nebel auf fremden Kippen abladen, wird die Hamburger Müllkippe wie Fort Knox, als noch Gold drin war, bewacht.“ Quelle: „Der Schiet muss von der Straße“ DIE ZEIT, 3.9.1971 Nr. 36

Wurde auch in die früheren Bodendeponien Borchert und Herr (heutige Müllberge) illegal Giftmüll entsorgt? Es gab schon immer Hinweise darauf (siehe „Was steckt im Poppenbüttler Müllberg drin?).

Eine sehr wichtige Frage lautet:
War und ist der Umweltbehörde selbst bekannt, dass auch in die Altdeponien Borchert und Herr sehr wahrscheinlich illegal Giftmüll eingelagert wurde?

Ein Abendblatt-Artikel aus dem Jahr 1984 scheint diese zu bestätigen. Der Hintergrund des Artikels: Der Dioxin-Skandal von Georgswerder. Unter der Überschrift „20 Plätze sind der Behörde bekannt“ berichtete das Abendblatt am 23.02.1984 (S.4) Folgendes:

„In Hamburg gibt es mehr als 20 ehemalige Industriemüllkippen, die von der Umweltbehörde überwacht werden.“

Bei der Auflistung unter „Bezirk Wandsbek“ dann tatsächlich der Hinweis “ Hummelsbüttel, Glashütter Landstraße“.

Handelt es sich dabei um die Altdeponien Borchert und Herr? (siehe dazu die Chronologie)

Diese Frage kann und muss die heutige Umweltbehörde beantworten und das unabhängig vom laufenden Planfeststellungsverfahren.

Wir halten Sie auf dem Laufenden und betonen erneut unsere Forderungen:

  • Begrabung aller Deponiepläne in der Hummelsbüttler Feldmark
  • Prüfung der Altdeponien auf Sanierungsbedarf und strengere Überwachung der Altlasten
  • Wiederaufnahme der geplanten Deponiefläche an der Glashütter Landstraße ins Landschaftsschutzgebiet

Was sagten die Bezirksfraktionen vor der Wahl? 

Sie finden die Stellungnahmen auf unserer  Politik-Seite.  Eine Stellungnahme wurde von uns kommentiert.

Die Auszähung für die Bezirkswahl findet an diesem Montag, 26. Mai, ab 8 Uhr statt.

Das Statistische Amt für HH und SH stellt am Montag auf folgender Seite die Ergebnisse der Wahlen in Hamburg vor.

http://www.wahlen-hamburg.de/portal.php

Die Ergebnisse früherer Wahlen in Hamburg sind auf folgender Statistik-Nord-Seite nachlesbar.

http://www.statistik-nord.de/wahlen/wahlen-in-hamburg/

Nächste Wahl in Hamburg: Bürgerschaftswahl im Februar 2015

Muellberge-oben-Kiesberg-2013-07

Foto: Müllberge von oben, nördlicher Teil, im Bereich der geplanten Deponiefläche

Welche Macht haben denn die Bezirke überhaupt?
Die Zuständigkeit für alle Deponien liegt seit über 2 Jahrzehnten bei der Hamburger Umweltbehörde (heutige BSU).

Somit ist politisch der Hamburgische Senat zuständig.

ABER: Auch wenn das Planfeststellungsverfahren zur Einrichtung einer privaten Bodendeponie bereits seit August 2013 läuft, sollten Bezirksfraktionen eine Meinung zu den umstrittenen Deponieplänen haben.

Am Sonntag, den 5. Januar.2014 um 11 Uhr lädt die SPD Hummelsbüttel wieder zu einem naturkundlichen Spaziergang rund um die Müllberge ein. Inklusive kleine Abstecher in die Hummelsbütteler Feldmark und in das Naturschutzgebiet Hummelsbütteler Moore.

Hummelsee

Die SPD-Mitglieder standen danach für Information und Diskussion zum Genehmigungsstand über die eventuell geplante Erweiterung der dortigen Bodendeponie zur Verfügung.

Siehe auch: http://www.wuzonline.de/?p=11453

HINWEIS der IGHM: Bedauerlicherwweise waren die Bezirkspolitiker immer noch nicht umfassend informiert über das Thema Deponeerweiterung. Der Kenntnisstand der SPD-Politiker über das gesamte Thema Deponie war  ziemlich optimierungsbedürftig.